Am Welt-AIDS-Tag 2015 veröffentlichen wir unter mplus-magazin.de jede Stunde eine Erinnerung eines Menschen an einen Freund oder Prominenten, der nicht mehr lebt, einen ganzen Tag lang. So erinnert sich der Geschäftsführer der Magnus-Hirschfeld-Stiftung Jörg Litwinschuh:

Ich erinnere mich an die Meldung im Jahr 1985, dass Rock Hudson an Aids gestorben ist. Ich war gerade erst einige Wochen 17 Jahre alt, dabei war mir schon einige Jahre zuvor bewußt geworden, daß ich schwul bin. Mein Schwulsein 1985 in meiner kleinen saarländischen Gemeinde meiner Familie oder Freunden zu offenbaren, erschien mir damals unvorstellbar. Alles geschah heimlich unter dem Mantel des Verbotenen; so konnte Sexualität nicht wirklich erfüllend sein. Hudsons letzter Fernsehauftritt als Special Guest Star in einer meiner damaligen Lieblingsserie „Denver Clan“ ist mir noch gut in Erinnerung. Im Weißen Haus erklärte Ronald Reagan: ´Nancy und ich sind tief betrübt´. Auch Elizabeth Taylor fasste ihre Trauer am 2. Oktober 1985 in Worte: ´Möge Gott verhüten´, ließ sie über ihre Sprecherin verkünden, ´daß Rock vergebens gestorben ist.´ Er ist nicht vergebens gestorben: Sein Tod und die teils unsägliche, oft diskriminierende und homophobe Medienberichterstattung führten letzendlich dazu, dass ich mich früh mit HIV und Aids und mit der Emanzipation der Schwulen und der chronisch kranken Menschen auseinandersetzte. Rock Hudson gab HIV/Aids ein Gesicht. 30 Jahre nach seinem Tod kann ich sagen: Er hat mir das Leben gerettet. Sein Tod hat mich sensibilisiert, mich vor HIV und STDs so gut wie möglich zu schützen zu versuchen. Sein Tod hat mir aber auch vor Augen geführt, dass HIV-Prävention von vielen Faktoren abhängt. Diskriminierungen und Tabus sind die Feinde jedweder Prävention, egal um welche Krankheit es sich handelt. #irememberyoutoday, Rock Hudson

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